Regen in Bergen

Kurz nach Mitternacht legt das Hurtigruten-Schiff noch mal in Alesund an. In etlichen Kneipen gibt es Live-Musik. Ich glaube nicht, dass es in Deutschland eine Stadt vergleichbarer Größe gibt, wo nachts so viele Bands auftreten.

Irgendwann in der Nacht fängt es an zu regnen und will gar nicht mehr aufhören. Vom Hurtigruten-Anleger in Bergen nehmen wir ein Taxi zu unserem Hotel mit Blick auf den Hafen und Bryggen, das alte Hanse-Viertel. Gegenüber dem Hurtigruten-Hotelbus ist das Taxi wesentlich preiswerter und vor allem viel schneller - wir kommen rund 90 Minuten vor dem Bus im Hotel an. Außerdem spricht unser Taxifahrer fließend Deutsch.

Bei einem Spaziergang lernen wir Bryggen, den Hafen und die nähere Umgebung etwas kennen. Glücklicherweise hört es auf zu regnen. Die verwinkelten Gassen und die schönen Holzhäuser verströmen ein interessantes Ambiente. Hier ergattere ich auch noch ein paar nette Andenken - kurz vor Ladenschluss. Unterwegs war für solche Läden kaum Zeit. In einer Bäckerei direkt an der Hafenfront des Hanseviertels gibt es dann auch noch einen guten Cappuccino und hervorragendes Gebäck. Am Abend ist Kontrastprogramm angesagt: Wir gehen chinesisch essen.

Da unser Taxi für den nächsten Morgen für 05:30 Uhr bestellt ist, wollen wir früh ins Bett, haben aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Zum einen gibt es in den Kneipen ringsum bis in die frühen Morgenstunden Live-Musik (ja, wenn man früh ins Bett will, ist die dann doch nicht so toll) und zum anderen sind das in dem Zimmer keine Betten sondern ein schlechter Scherz! Aber dieses Hotel einer großen norwegischen Kette soll den ansonsten tollen Eindruck der Reise nicht trüben.

Eine Reise mit einem Hurtigruten-Schiff ist vor allem im Winter eine Reise für jeden, der Natur pur erleben will. Gutes Essen, schöne Aufenthaltsräume, eine überschaubare Größe des Schiffes und ein interessantes Ausflugsprogramm kommen dazu. Für jeden, der Städte erforschen und individuell unterwegs sein will, für den gibt es sicherlich auch andere Alternativen, zumal die Liegezeiten in den meisten Häfen sehr kurz sind. Allerdings fährt man auch weniger nach Norwegen, um sich die Städte anzuschauen, sondern um diese unglaubliche Landschaft zu erleben!

Insgesamt hat die MS Trollfjord in den vergangenen 11 Tagen 4.930 Kilometer zurückgelegt.